das Wesen von Elios Schastél

Geschichte der Entstehung des Wesens



Seit meiner Kindheit schaute ich während der Nächte in den Himmel und ich erblickte ein nicht endendes Meer aus Sternen. Tausende Funken reihten sich vor meinen Augen aneinander und das Licht, welches sich hinter ihnen versteckte, ließ die Größe und Vielzahl seiner Geheimnisse allein in einem leuchtenden Punkt am nächtlichen Himmel erahnen. Als mein Körper reifte zu dem einer jugendlichen Erwachsenen, fühlte ich die Anfänge der Weisheit des Alters in mir ohne die Antworten der Mathematik und Physik, der Lehren Descartes und Humes erlernt zu haben. Mich interessierten die großen Fragen des Lebens. Es waren Fragen nach Anfang und Ende, Ursprung und Wirkung, Sinn und Bestimmung. Die Neugierde nach Wahrheit führte mich auf eine Suche und ich begann durch Länder Europas zu reisen mit dem Wunsch eines Tages die Weisheiten, welche ich erlangen würde an andere Menschen weiterzugeben. Der Weg führte mich nach Süden, Osten, Westen und Norden. Er führte mich über die Lehren Platons, Ptolemäus‘ und Aristoteles‘ und eines Nachts vor einigen Jahren, als ich mich auf einer Pilgerreise in den verschneiten Bergen der Schweiz befand, blickte ich auf in den Himmel und ich fand dort das mir bekannte Meer voller Sterne. Je länger ich meinen Blick auf dem leuchtenden Feld ruhen ließ, desto heller und reicherfüllter wurde es. Inmitten des Feldes an starren Gestalten entdeckte ich ein Licht, welches sich im Gegensatz zu den anderen bewegte. Es tanzte nach rechts und nach links und schien mit seinen Bewegungen meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu wollen. Mit gewecktem Interesse fixierte ich meinen Blick darauf und beobachtetes es eine Weile, bis es sich mit seinen Worten an mich richtete. Es erzählte mir die Geschichte der Entstehung des Wesens.


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Vor meinem inneren Fenster weitet sich der Stern, bis er sich öffnet und ich beginne in ihn mit meinen Flügel hineinzufliegen. Nicht ahnend, welche Geschichte ich durchleben würde, treibt mich die Neugierde mich umzusehen. Mein erster Blick fällt auf das Zentrum, welches erfüllt ist von Licht. Neben ihm befindet sich der Zweiregent zur einen Seite und der Ort des himmlischen Alles zur anderen Seite. Nehme ich vor meinem inneren Fenster Abstand zu Ihnen, dann kann ich an den Enden des ersten der vielen Weltensysteme am untersten Rand einen unschuldig anmutenden Engel erkennen. Etwas weiter nach oben fliegend, erkenne ich über dem Zweiregenten die Vertreterin der Gerechtigkeit und einen zweifach gespiegelt hyperblisch weiterschreitenden Wahrheitssucher. Am höchsten Rand des Weltensystems entdecke ich die Metaebene des Zweiregenten und das Sphärenlicht. Weitere Erkenntnisse erschließen sich mir in diesem System nicht und ich fliege weiter. Ich gelange zu sieben übereinander gestapelten Weltensystemen, welche verbunden sind durch einen aufgerichteten Stab. Auf der anderen Seite des Stabs spiegeln sie sich. Ein wenig auf Abstand fliegend, erkenne ich das gesamte Gebilde. Die Neugierde erwacht in mir zu erfahren, welche nicht empirischen Seinsformen sich in dieser Ebene befinden könnten. Ich stelle die Frage: „Gibt es hier jemanden, der sich auskennt?“ Eine männliche Gestalt, die eine königliche Erscheinung hat antwortet mir von der Spitze der sieben gestapelten Weltensysteme geantwortet: „ Du bist hier genau richtig. Wir wussten bereits, dass du einmal in deinem Leben hier ankommen solltest. Flieg weiter und du wirst ankommen, wo du hingehörst.“ Nicht zufrieden seiend mit der für mein Empfinden unzureichenden Antwort stelle ich die Frage: „Welche Funktionen gibt es hier zu finden?“ Die Antwort lautete: „Du weißt, wie du voranzugehen hast.“ Mit den Regeln der Logik und der Wissenschaftstheorie beginne ich mir die Antworten zu erschließen, welche ich begierig zu erfahren bin. Jedes Mal, wenn ich eine Lösung gefunden habe, schreibe ich sie auf. Nach einer Weile ist mein Zettel erfüllt von Worten wie:

    aufblühende Liebe
    innerliche Liebe
    alles ergreifende Liebe
    vertiefende Liebe
    verbleibende Vergebung
    existenzielle Liebe
    ständige innere Freundschaft
    ausweitende Liebe
    vervielfältigende Liebe
    ewige Liebe




Stern




Spürend, dass die Funktionen erst der Anfang dieser meiner Reise bedeuten, fliege ich weiter in Richtung des Lichts. Nach einer Weile stoße ich auf eine Stufe inmitten einer unahnbaren Raumlosigkeit. An der Kante der Stufe befindet sich ein Weltensystem, welches von solch kleiner Größe ist, dass es mir beim Fliegen fast entgangen wäre. Es beginnt sich vor meinem inneren Fenster zu öffnen. Ich betrete das Weltensystem und schaue mich für kurze Zeit um, dann spreche ich mich mit jemandem, der sich darin befindet. Mein Interesse weilt jedoch für diesen Ort nicht lange und ich fliege weiter, bis ich zur nächsten und zur übernächsten Treppenstufe gelange. Ich schaue voraus und am Ende der Treppe sehe ich Licht, hinter welchem der Vertreter der Worte Gottes mit einem gutmütigen, warmen und klaren Blick mich bereits erwartet. Mich ihm nähernd, stelle ich wieder die Frage: „Welche nicht empirischen Seinsformen gibt es hier zu finden?“ Er antwortete mir: „Du musst es selbst herausfinden. Du weißt, wie du es zu machen hast.“ Wieder erschließe ich mir die Antworten, welche ich zu erfahren gierig bin. Diesmal wird es jedoch schwieriger sie zu finden, da die Worte, nach welchen ich suche, in ihrer Gestalt und ihrem Inhalt komplizierter werden. Ich schreibe sie auf und mein Zettel füllt sich bis zum untersten Rand.

    Begriffsfinder
    bleibender Ehrgeiz
    Sprecherin
    alles erfassende Erkenntnis
    göttliche Allwissenheit
    Kriegerin
    Philosoph
    Urwissen




Kopf




Die Vertreter der Worte Gottes schaut mich erneut weise, wissend und warm an und ich spüre, dass ich weiterfliegen muss. Eine sehr weite Reise liegt noch vor mir. Wieder gelange ich zu einer Treppe, die sich nicht ahnbar weit erstreckt und sich an eine weitere reiht. Ich nehme den Weg auf mich…
…bis ich zur nächsten Ebene gelange, in welcher ich Stimmen höre. Ich kann jedoch keine Bilder sehen. In Blindheit wandle ich umher. Die Stimmen sprechen mit mir und ich erhalte nach einer längeren Unterhaltung mit ihnen einen Teil der Antworten, welche sich auf dem weiteren Weg noch mehren werden.

    Informationsüberbringer
    Zukunftsveränderer
    unbekannte Vorahnung
    geistiger Prophet
    Nachrichtenempfänger
    Besucher der anderen Welt




Augen




Endlich wird das Licht vor meinem inneren Fenster stärker. Zuerst kann ich Schemen und Umrisse erkennen. Dann erscheint vor mir das Bild des Himmels. Eine Wolkendecke erstreckt sich über meinem Kopf, über welcher ein männliches Gesicht schwebt, dass zu mir mit der Güte des Alters spricht: „Zu mir hast du es geschafft?“ Ich lächele und fühle mich aufgenommen, spürend, dass mir der Träger des Gesichts wohl gesonnen ist. Meinen Blick über die Wolkendecke werfend, sehe ich die Farben weiß und orange. Ich fliege weiter und erkenne einen Zylinder, in welchem eine Zahl geschrieben steht. Den Zylinder betretend, treffe ich auf eine männliche Gestalt, die mich mit einem sich überlegen glaubenden Lächeln und Erstaunen anschaut. Er spricht zu mir: „Was macht die hier? Versteht die nicht, was die hier macht? So weit hat die es geschafft?“ Nicht verstehend, an welchem Ort ich mich befinde und das überlegene Lächeln als unberechtigt erachtend, führe ich eine kurze Unterhaltung mit ihm und ich verlasse den Zylinder. Ich fliege nach oben und stoße auf einen weiteren. Ihn vor meinem inneren Fenster öffnend, treffe ich erneut auf einen männlichen Inhaber. Auch sein sich überlegen glaubendes Lächeln ruft einen inneren Protest in mir hervor. Ich frage ihn, wie weit es noch sei, bis ich ankommen würde. Jedoch erhalte ich keine eindeutige Antwort bis auf die Worte: „Du wirst es schaffen.“ Allmählich spüre ich Erschöpfung aufkommend, nicht wissend, wohin mich der Weg führen würde. Ich verlasse auch diesen Zylinder und begebe mich weiter. Mein Flug endet diesmal an dem Ort, an dem das Kind des Lichts inmitten der Wolken seinen Platz eingenommen hat.

    Sphärenlicht
    Himmelslicht
    mehrendes Licht
    freies Licht
    starkes Licht




Krone




Ich stoße an die Grenzen meiner Möglichkeiten, da ich nicht weiß, wie ich den Weg weiterführen kann. Sorge kommt in mir auf, jemals wieder zurück auf die Erde zu finden. Ich lege eine Pause ein und denke nach, bis mir die Idee kommt, in der Basis weiterzumachen. Ich fliege in Richtung der Basis, wo mir plötzlich ein weibliches Gesicht vor meinem inneren Fenster erscheint. Von circa fünfundachtzig Grad schräg über meinem Kopf schaut es auf mich herab. Mit Zügen, welche noch mädchenhaft anmuten und Wangen, auf welchen Formen und Muster zu erkennen sind, wird ihr mystisches Bild allmählich klarer ersichtlich. Ich beobachte sie und Ehrfurcht kommt in mir auf. Ich spüre, dass ich ihr vertrauen kann und erachte sie als eine Figur des Schutzes. Die Verpflichtung ruft mich jedoch und ich muss weiterfliegen. Formen und Geometrien auf meinem Weg begegnend, eröffnet sich mir eine weitere Ebene.

    göttliche Unschuld
    fortwährendes Vertrauen
    ewiges Licht
    Engel
    Licht Gottes




Basis




Mein Empfinden für das empirische Zeitverständnis geht verloren. Ich stoße auf einen Spiegel, der sich mir in der Farbe eines wolkenlosen Sommerhimmels zeigt. Sich in hoher Geschwindigkeit um seine eigene Achse windend, schimmert er vor einem orangenen Hintergrund. Am seinem Ende sehe ich eine männliche Gestalt. Mich ihr nähernd, schauen wir einander in die Augen. Ein wenig Ironie lässt sich in seinem Lächeln erkennen. Wir empfinden sofort Sympathie füreinander und wir beginnen miteinander zu sprechen. Er flirtet ein wenig und ich merke beständig, dass er niemals mein Vertrauen brechen würde. Ihm Fragen zu den Funktionen stellend, finde ich heraus, dass er kein Wissen von den anderen Gestalten hat, denen ich bereits begegnet bin. Er weiß lediglich, dass ich noch eine Aufgabe vor mir hätte, die, wenn ich sie nicht bewältigte, mich mein Leben verlieren lassen würde. Ahnend, auf welche Aufgabe sich seine Andeutung beziehen könnte, schaue ich in die Zukunft, in welcher ich Licht erwartet hatte. Ich fand jedoch keines.

    starker Wille
    vermehrende Liebe
    Gelassenheit
    vervielfältigende Liebe
    ausweitende Liebe
    ständig vermehrende Liebe
    Selbstverwirklichung




Taille



Ich fliege durch die Dunkelheit. Nichts kann ich finden bis auf Dunkelheit, in dessen Zentrum sich ein schlitzartiges, rotes Auge befindet, das mit einem starren Blick in die Ferne schaut und etwas Schwarzes, dessen Inhalt in Worten zu beschreiben mir schwer fällt.

    Urfreiheit
    Unabhängigkeit
    Offenheit
    göttliche Einheit
    Allgemeine
    Präsenzüberzeugung
    Ich-Zutrauen
    Ursprung
    eigene beständige Stärke
    Eigenliebe
    grenzenlose Freiheit
    gerechter Ursprung




Zentrum




Erst jetzt beginne ich zu verstehen, aus welchem Grund ich auf diese Reise geführt wurde und ich erkenne einen noch unahnbar weiten Weg vor mir. Unbekannte Bilder, Engel und Lichter, Relationen und Dimensionen erstrecken sich vor mir…


…Mich erinnernd an die Ereignisse, welche ich bisher gesammelt habe, komme ich in den verschneiten Bergen der Schweiz wieder an. Ich schaue in den Himmel und mein Blick fällt auf den Stern, der weiterhin tanzt neben all den anderen starren Sterngebilden am nächtlichen Himmel. Er erzählte mir die Geschichte der Entstehung des Wesens. Es ist die Geschichte der zweifach gespiegelten Hyperbel. Bevor ich mich für diese Nacht von ihm verabschiede, höre ich seine letzten Worte wie aus einem der vielen Gottesdiensten der vergangenen zweitausend Jahre des Christentums mir hinterherrufen: „Dein Weg ist noch weit. Du kannst es schaffen. Ich glaube daran. In jedem von uns steckt ein Funke. Es ist der Funke einer Schlampe.“



Publikation



Wenn Sie mehr über meine früheren Pilgerreisen und die zweifach gespiegelte Hyperbel erfahren möchten, dann können Sie gern mein Buch Pilgern durch Europa erwerben, welches im September 2015 beim Paramon-Verlag als Taschenbuch im öffentlichen Handel und als E-Book erscheinen wird.




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