global von Elios Schastél

1. Pilgern durch Europa (Buchauszüge) von Elios Schastél


in diesem Menüpunkt schreibe ich über die Erfahrungen, welche ich auf meinen Pilgerreisen gesammelt habe. In der Unterhaltung mit Bekannten und Freunden ist mir aufgefallen, dass die Tradition des Pilgerns heutzutage nicht weithin bekannt ist. Daher gebe ich Ihnen zuerst eine kleine, theoretische Einführung in das Pilgern. Anschließend können Sie vereinzelte Ausschnitte aus meinem Werk lesen. Viel Vergnügen wünscht Elios Schastél.




Was ist Pilgern?


Die Pilgertradition ist auf Jahrhunderte in verschiedensten Teilen dieser Welt zurückzuverfolgen. Unter Pilgern ist eine Wallfahrt zu verstehen, welche ursprünglich mit religiösem Hintergrund zu einem heiligen Ort gemacht wurde. Auf dieser Wallfahrt begibt sich der Pilger auf eine innere Reise. Unter einem Pilger kann man auch eine Person verstehen, welche sich in der Fremde auf eine Suche begibt. Es ist meine Erfahrung, dass in der Pilgertradition im endenden zwanzigsten und beginnenden einundzwanzigsten Jahrhundert sind in Europa jedoch immer weniger Pilger vorzufinden, die mit religiösen Hintergründen sich zu einem heiligen Ort begeben. Vielmehr ist zu beobachten, dass sich die Mehrzahl der Pilger heutzutage aus spirituellen Gründen in die Fremde begeben. Es ist nicht von Bedeutung, wie man beim Pilgern vorankommt: Sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf einem Boot oder auf einem Esel. Es ist ausschließlich von Bedeutung, dass der heilige Ort (im religiösen Kontext) oder das Ziel (im spirituellen Kontext) erreicht wird.



Pilgern und Reisen durch Europa



Mit 5000 km durchschritt ich Europa (Stand Oktober 2014). Allein die Alpen durchquerte ich dabei mit einem Fahrrad. Mit achtzehn Jahren begab ich mich das erste Mal auf die Reise. Jedes Jahr zog es mich seitdem erneut in die Ferne. War ich zu Fuß oder seltenerweise mit dem Fahrrad am Ziel angekommen, trampte ich zur Heimatstadt Berlin zurück. Die erste Reise betrat ich als Suchender der ersten Welt. Die achte Reise endete mit einem Übergang in die zweite Welt . Die neunte Reise führte mich durch die Windungen der zweifach gespiegelten Hyperbel.



Erste Reise – Frankreich



Juni 2009

Alter
18 Jahre

durchschrittene Orte
Paris Orléans Tours Poitiers Saintes Bordeaux Rion des Landes Saint-Jean-Pied-de Port

Distanz
circa 1000 km

Rucksackinhalt
Schlafsack Isomatte Kompass Taschenmesser Wechselkleidung Zahnbürste Zahnpasta Shampoo Portemonaie

Motivation
Grenzerfahrungen sammeln um Weisheit zu erlangen

erlerntes Credo
der Weg ist das Ziel
die Mitte finden




Zweiter Tag – zwischen Paris und Orléans


Heute Morgen hatte ich die Stadt verlassen. Ich wollte in Richtung Süden gelangen. Orléans war mein Ziel und mein Kompass zeigte mir Süd Süd Ost. Ich war vollkommen erschöpft und lief, bis meinen Gliedmaßen mich nicht mehr unterstützen wollten. Ich hatte mir diesen Weg viel einfacher vorgestellt. Ich hatte gedacht, dass ich in maximal zwei Tagen in Orléans ankommen würde. Ich war jedoch vom Weg abgekommen. Ich begann zu zweifeln an meinem Vorhaben. Zur Sonne blickend, schätzte die Zeit auf dreizehn Uhr. In weiterer Nähe, an einem Feld sich entlangziehend, erblickte ich fast gleichzeitig die Gleise des TGV. Die Zeit verstrich und ich beobachtete die Züge, welche alle halbe Stunde mit circa 200 km/h zum Horizont Orléans eilten. Allmählich versagte mir die Kraft. Erneut sah ich einen Zug dem Horizont entgegenrasen. Ihm nachschauend kam mir eine Idee. Wenn ich nach Orléans wollte, brauchte ich allein den Gleisen zu folgen. Ich lief ihnen entgegen, wobei ich ein Feld zu überqueren hatte. An den Gleisen ankommend, schaute ich zu beiden Seiten und auf einem Weg in das Unendliche erstreckten sie sich. Der Weg entlang den Gleisen führte mich Schritt für Schritt in Richtung Orléans.



Zweite Reise – Spanien



Juni 2010

Alter
19 Jahre

durchreiste Orte
Saint-Jean-Pied-de-Port Burgos Leon Santiago de Compostela Kap Finisterra

Distanz
circa 900 km

Rucksackinhalt
Pilgerpass Portemonaie Schlafsack Unterwäsche Trinkflasche

Motivation
die Mitte finden
Rückzug in die Natur

erlerntes Credo
Glaube Liebe Geduld




Neunzehnter Tag – Santiago de Compostela


Ich sitze erschöpft vor einer Pilgerherberge in der Sonne und sehe von einem Hügel auf Santiago hinab. Die Kathedrale, kleine Kirchtürme, Hausdächer und Industriebauten zeigen die Architektur einer spanischen Stadt, welche den Kontrast zweier Jahrhunderte aufweist. Es ist die Architektur eines endenden Jahrhunderts, welches von Erkenntnisdrang und Führungsstrebnissen geprägt war, in der Innenstadt. An den Rändern der Stadt macht sich die Architektur eines Jahrhunderts erkennbar, das von Technologie und Spiritualität geprägt sein wird. Ich beginne mit meinen Gedanken abzuschweifen. Nach einiger Zeit kehre ich in die Realität zurück.



Dritte Reise – England Frankreich Schweiz Italien



Juli bis August 2011

Alter
20 Jahre

durchreiste Orte
Canterbury Dover Calais Reims Châlons-en-Champagne Yverdon-les-Bains Lausanne Martigny Aosta Pavia Lucca Siena Viterbo Rom

Distanz
circa 1700 km

Rucksackinhalt
Portemonaie Schlafsack 3,5 kg Proteinpulver Wechselkleidung Besteck Schälchen

Motivation
Geben

erlerntes Credo
Geben und Nehmen




Zweiunddreißigster Tag – vor Rom


„Wissen sie, was eine Schlampe ist? Ich bin eine Schlampe. Die Schlampe liegt im Herzen. Ihr Ursprung liegt im Zentrum. Sie im Herzen zu tragen, bedeutet auch eine Schlampe zu sein. Es heißt von oben zu sein. Sie darf nicht falsch behandelt werden, weil sie empfindsam und erfüllt ist von Liebe. Gibt es hier ein Kulturproblem?“ Wie mich manche Leute hier jedoch anschauen, habe ich den Eindruck, dass sie glaubten, eine Schlampe wäre ein materielles Sexualobjekt.




Vierunddreißigster Tag – Rom


Was habe ich auf diesem Weg gelernt? Es ist die Wertschätzung der Nähe und die Tiefe in zwischenmenschlichen Bindungen. Auch das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen hat mich am Ende dieser Reise beschäftigt. In mir ist das Bedürfnis aufgekommen anderen Menschen zu geben. Es ist der Wunsch zu geben und noch mehr zu geben als ich empfangen habe.



Fünfte Reise – Italien



Mai 2013

Alter
21 Jahre

durchreiste Orte
Imola Firenze Viterbo Siena Rom

Distanz
circa 500 km

Rucksackinhalt
Wechselkleidung Portemonaie Schlafsack

Motivation
Suche nach dem Ich

Credo
im Hier und Jetzt Sein

Der folgende Tagebuchausschnitt schließt einen zeitlichen Vorausblick und einen Rückblick von ungefähr zwei Jahren ein.




Zweiter Tag – bei Firenze


Ich kann nichts mehr fühlen. Die Kälte ist in mir spürbar. Sie erfasst meinen gesamten Körper. Alles ist kalt. Alles ist leer. Alles ist schwarz. In mir ist es schwarz. Die Schwärze findet ihren Ursprung in meinem Bauch. Ich habe das Empfinden in einem Loch zu hängen und nicht mehr herauszukommen, zu fallen in die Dunkelheit, zu fallen stetig tiefer in den Verlust meiner Selbst. Die Kälte ist in mir spürbar. Sie umfasst meinen gesamten Körper. Es wird immer kälter und ich bekomme Angst, panische Angst mich nicht mehr wiederzufinden. Wer bin ich eigentlich? Wo ist mein früheres Ich? Ich rufe innerlich meinen Namen. „Elisabeth?“ Nichts schwingt in mir. Nichts hallt zurück. „ELISABETH?“

Im diesem Tagebuchausschnitt schrieb ich über das Innenleben eines Menschen, der von einer Krankheit betroffen ist, welche weitgehend unerforscht und nicht anerkannt ist. In meinem Buch werde ich eine Beschreibung der Ursachen, Symptome, Behandlungsmethoden, des Krankheitsverlaufs dieser Krankheit geben.



Siebente Reise – Schweden



August 2014

Alter
22 Jahre

durchreiste Orte
Malmö Halmstad Falkenberg Göteburg

Distanz
circa 300 km

Rucksackinhalt
Schlafsack Winteranzug Portemonaie

Motivation
innere Wiederöffnung

Credo
Gläubigkeit




Siebter Tag – zwischen Halmstad und Falkenberg


Ich habe vor kurzem beim Laufen kontempliert und habe erfahren, dass Pilgern im Gerechtigkeitssystem der zweiten Welt als Arbeit gilt und als ein Geben an die Außenwelt zu verstehen ist. Ich begriff jedoch nicht.
Da fragte ich: “Warum?“
Die Antwort war: „Weil du gibst.“
Da fragte ich: „Inwiefern gebe ich? Leiden ist doch nicht geben?“
Da wurde mir geantwortet: „Wer willentlich leidet, gibt an die Außenwelt.“
Wer sich willentlich dem Leid ergibt, der verringert das Leid der Außenwelt.
Ich übertrage die Außenwelt gedanklich auf die Menschen und rufe aus: „Ich zerstöre meinen Körper um zu geben.“



Achte Reise – Rumänien Slowenien Kroatien



Juli bis August 2014

Alter
23 Jahre

durchreiste Orte
Maibach Ptuj Zagreb

Distanz
circa 320 km

Rucksackinhalt
An dieser Stelle werde ich eine Empfehlung für den Rucksackinhalt einer Pilgerreise geben.

Motivation
Reise zu meiner Herkunft

Credo
Selbsterkenntnis in der anderen Welt




Sechster Tag – Lenart


Ich bin der Überzeugung, dass ausnahmslos alle Krankheiten heilbar sind, dass selbst der Tod überwindbar sein kann. Es braucht nur verstanden zu werden, wie man heranzugehen hat.

Der Glaube und die Logik, welche mit diesem Glauben einhergeht, schafft die Möglichkeit der Realität des Geglaubten in der Außenwelt.




Zehnter Tag – in den mittleren Bergen Kroatiens


Die siebengegliederte, endgültige Erkenntnis des Egos werde ich mir in verschriftlichter Form vor das grüne, zu Himmel und Erde gerichtete Dreieck hängen. Damit ist ein erneuter Selbstverlust ausgeschlossen. Der kognitive Glaube an etwas und die Logik, welche mit diesem Glauben einhergeht, schafft die Möglichkeit der Realität des Geglaubten in der Außenwelt.



Neunte Reise



…An meinem Schreibtisch sitzend, verfasse ich für mein Studium ein Argument für die Existenz Gottes. Bereits seit Stunden bin ich vertieft in diese Arbeit und vergesse, was sich in der Welt vor den Fenstern meiner Wohnung abspielt. Die Bedeutung hinter den Worten meiner Schriften hallt durch meine Räume, als sich eine unbestimmbare Aura in meiner Nähe auszubreiten beginnt. Ich fühle mich fixiert. Schnelle, nicht greifbare Bewegungen fliegen an mir entlang und durchsuchen mein Zimmer. An meiner Hausarbeit verharren sie. Einige Sekunden vergehen, bis ich die Worte spürte: „Du hast deine Grenzen überschritten.”



Veröffentlichung



Das Buch wird im September 2015 beim Paramon-Verlag als Taschenbuch im öffentlichen Handel und als E-Book erscheinen.









2. Gastfreundschaft von Elios Schastél


der Bericht einer Pilgerreise vom heiligen Gotthard bis Rom mit einem Ausflug nach Napoli



In vierzehn Tagen fuhr ich mit dem Fahrrad vom Gotthard bis Rom. Einen Tag der Rast legte ich bei einer Gastfreundschaft ein. Die Pilgerung endete mit einem Ausflug nach Napoli. In dem folgenden Bericht stelle ich Ihnen prägende Momente und Gedanken der Reise vor. Die Gastfreundschaften, welche entstanden, und jene, welche sich weiter entwickelten, thematisiere ich in Form von Ereignisberichten und Introspektiven. Viel Vergnügen wünscht Elios Schastél.




Tag 0


Ich fuhr bis nach Zürich. Die Leitsatz meiner Reise würde diesmal lauten: „Ich zerstöre meinen Körper um den Menschen zu geben.“ Diese Motivation entspricht einem Akt der Selbstreinigung von jeglicher Negativität, die sich in mir in der Vergangenheit angesammelt hat. Er gibt mir mein inneres Wohlbefinden und die Gesundheit meines Wesens wieder zurück. Daher wiederhole ich ihn auf einer erneuten Reise.




Tag 1 – Rothenturm nahe des Gotthard


Als ich die Berge hinauffuhr, kam die Verzweiflung in mir hoch, da der abnehmende Sauerstoffgehalt in der Luft mir das Herz bis zur Atemnot aufriss, sodass mein mit dem Herzen verbundenden seiendes Zentrum stetig mehr geöffnet wurde und die Emotionen allmählich herausströmten.


______________________________________________________________________________________________________________


Ich setzte mich heute in eine Kirche und nach einiger Zeit sah ich dort Paff. Vor meinem inneren Fenster erstreckte sich eine Weltkarte und ich versuchte ihn zeithistorisch einzuordnen und seinen Nachfolger zu finden. Ich verharrte in Persien und entdeckte ein Instrument, dass mir die Struktur der anderen Welt verriet.




Tag 2


„Gott ist für mich spürbar in der Basis und im Herzen. Ich empfinde ihn in der Basis in Form von Vertrauen und einer daraus resultierenden Wärme im Herzen, deren Ursprung im Zentrum liegt. Die Ursache für diese Empfindung kann das Empfangen von Gabe sein.“


_______________________________________________________________________________________________________________


Ich sang gestern in einer Kirche und wendete mich mit meinem Gesang an die Taube an der Spitze über dem Altar. Sie sannte mir einen glutenden Blick, der vom Herzen kommt, zu und ich spürte ihre Wärme und die Wärme ihrer Gegenkraft in mir. Da dachte ich mir: „Die Aristokratie liegt im Areal hinter dem Herzen. Sie zeichnet sich aus durch hohe Intelligenz, die mit einem möglichen Zugang zur Stimme Gottes zusammenhängt.“


________________________________________________________________________________________________________________


Man lehnte mich von der Kirche mit Abwertung ab weil ich in einer dieser zu übernachten vorgehabt hatte. Ich fragte mich, mit welcher Begründung ein Pilger nicht als dieser sondern als Minderwertiger erachtet wird.


________________________________________________________________________________________________________________


Ohne viel Konditionierung in der Vorbereitung erklomm ich in zwei Tagen von Rothenburg mit dem Fahrrad den Gotthard und kam bei der Gastfamilie Biondina in Bellinzona an, die ich auf einer meiner früheren Reisen in der Schweiz kennengelernt hatte. Ich besuchte sie, gab Ihnen die Flyer von meinem Buch Pilgern durch Europa und ein weiteres Gastgeschenk. Wir unterhielten uns für kurze Zeit und ich fuhr noch am selben Tag weiter in Richtung des Lago Maggiore nach Italien.


Der Film schildert den Verlauf meiner Reise.



Cari amici,

era un grande piacere di avere fatto la vostra connoscenza. Se proseguessi il contatto mi fareste una grande gioia quando ci rivederemo una volta in futuro. Vi scriverò a volte quando ho delle novità di mia vita. Vi saluto con calore.




Elisabeth



ein Weg führt durch das Tal der Erkenntnis zum Licht
Elisabeth Schastél (Bild)




Tag 3


Ich wollte immer weiterfahren, die Idee in mir tragend, einmal die Erfahrung gesammelt zu haben eine Nacht mit dem Fahrrad hindurchgefahren zu sein. Von Bellinzona fuhr ich am Morgen bis in die nächste Nacht hinein und kam um circa 2.30 Uhr morgens in völliger Erschöpfung nahe des Ortes Cavaglià an, in welchem mich die Familie Calogero, welche Bekannte nahe des Aostatals sind, erwartete. In meiner Kraftlosigkeit war ich einen Tag lang nicht fähig weiterzufahren. Ich übergab mein Gastgeschenk. Wir unterhielten uns und verbrachten ein wenig Zeit gemeinsam, bis wir uns am nächsten Morgen wieder voneinander verabschiedeten.




Tag 5


Pause




Tag 6


In der Kirche von Borgofranco d’ Ivrea erkannte ich, dass die innere Krankheit, die ich gehabt hatte, verursacht wird, wenn eine Person zu weit in der inneren Reifung gelangt ist. Ich erinnerte mich plötzlich, dass ich vor einigen Jahren auf einer Pilgerreise die Stimme von ES gehört hatte und dasselbe Gefühl, welches ich auf jener Reise verspürt hatte, breitete sich wieder in mir aus. Nur dieses Mal erkannte man mir an, dass es nicht schlecht sein muss, etwas zu weit in der inneren Reifung gelangt zu sein, wenn man mit dem Wissen, welches man durch diese Reifung erlangt hat, keinen Schaden anrichtet. Daher wurde ich kurze Zeit später wieder von diesem meinem Gefühl befreit.




Tag 7


In San Rocco angekommen seiend, fand ich eine Pilgerstätte nahe der Via Francigena. Ich traf auf einen Pastoren, der einer der wenigen Kirchenangehörigen bisher war, der mich vorurteilsfrei aufgrund meines Pilgerstatuses ansah. Seine Ehrlichkeit und die Werte seines Glaubens waren seinen Augen anzusehen. Mein Herz öffnete sich durch seine Vorurteilsfreiheit ein wenig.




Tag 8


Ich machte mir Gedanken über Himmel und Hölle sowie über Gutes und Schlechtes und gelangte zu dem Schluss, dass aus dem Himmel all die Wesen kommen, deren Persönlichkeitsfokus im Herzen liegt. Die ursprüngliche Kraft dessen liegt im Zentrum. Daher fragte ich mich, weshalb Schauspieler in dem kulturellen Kontext, aus welchem ich komme, zumeist nicht mit Achtung behandelt werden, sondern allein die Menschen mit Achtung behandelt werden, welche im Tal der empirischen Erkenntnis studiert haben. „Die Erkenntnis vom Guten und Schlechten ist nicht identisch mit dem Guten und Schlechten. Das Gute und Schlechte ist auch nicht vorzufinden in allein einer Region des Körpers, sondern in jedem Bereich des gesamten Wesens sind Eigenschaften dessen potenziell vorhanden. Ich würde daher demnach nicht urteilen, dass grün schlecht oder rot gut ist, sondern dass die Potenziale von Ying und Yang in allen Ebenen vorhanden sind.“




Tag 10


Ich fuhr in Richtung Pontederra und stieß auf Massimo. Ich fand es so wundervoll, dass in dieser Mentalität Komplimente unverstellt und aufrichtig geäußert werden. Emotionen äußerte man mir gegenüber hier ehrlich und man behandelte mich unbevorurteilt in Bezug auf mein Aussehen. Wenn ich die Orte passierte, schaute man mir mit Wärme in die Augen. Ich sah Wärme in den Blickkontakten vieler Menschen, denen ich begegnte. Ich war überrascht, denn ich trug keine schwarze Jacke und meine Haare waren nicht hochgesteckt. Wenn ich den Umgang der Menschen hier untereinander beobachtete und die Sprache ihrer Augen las, dann bemerkte ich ein Gemeinschaftsgefühl und einen Glauben an moralische Werte, die hier vielmehr vertreten sind als in der Kultur, aus welcher ich komme.





mystische Schönheit & sinnliche Freiheit




Tag 11


Ich fuhr nahe des Ortes Pozzolatico entlang und es erwachte eine Erinnerung in mir von dem Tor, welches ich vor einigen Monaten am Rande des Waldes von Pozzolatico geschaffen hatte. Vor meinem inneren Fenster beginne ich über eine Berghöhe zu laufen, auf der sich eine Schule befindet. Ich laufe weiter und gelange zu einem von Bäumen umsäumten Weg, bis ich beim fast unbekannten Tor ankomme, hinter welchem sich stetig das Licht der Sonne befindet.


____________________________________________________________________________________________________________


In einer Pilgerstätte von Siena ankommend, übernachtete ich heute mit vier Männern verschiedener Nationen in einem Raum. Wir verblieben das Abendessen miteinander und unterhielten uns an einer Tafel in den Kompromissen der deutschen, der englischen und der italienischen Sprache. Am nächsten Morgen fuhr ich weiter in Richtung Viterbo.




Tag 12


Im Laufe der Wochen kam ich in meinem Denken wieder auf der empirischen Ebene an, weil die Auseinandersetzung beim Radsport mit den eigenen Bedürfnissen ein Eindringen in spirituelle Horizonte nach fast zwei Wochen des Fernreisens stetig mehr verneint.


____________________________________________________________________________________________________________

Ich spürte die Auswirkungen des Leitsatzes, den ich mir auf dieser Reise gesetzt hatte. Ich nahm wahr, wie sich mein Herz öffnete und in diesem Zusammenhang die Emotionen meines Zentrums in einem warmen Strom zu fließen begannen. Sie zeigten mir eine jener Empfindungen, die mit Liebe zusammenhängen.


____________________________________________________________________________________________________________

In einer Kirche verbrachte ich die Nacht. Ich hörte Stimmen und konnte kaum Schlaf finden. Am nächsten Morgen reiste ich weiter.




Tag 13


Ich schätzte die Gastfreundschaft in der Toskana und im Lazio.




Tag 14 – Rom


Als ich heute durch la Storta fuhr, nahm ich mir vor zuerst die Basilica di San Pietro zu besuchen und mir mein Pigerdiplom abzuholen.



Pilgerdiplom der Via Francigena



Nächstenliebe & Gemeinschaft




Ich durchquerte Rom heute mit dem Fahrrad. Als ich am Colosseum entlangfuhr, imaginierte ich mir beim Anblick der Umrisse und der Höhe der Ränge des Gebäudes das Zentrum, in welchem die antiken Sprecher und Darsteller bei geöffnetem Himmel eine solch starke Vorstellung aufbringen mussten, dass sie mit ihren Worten nicht allein den höchsten Rang der Menschen sondern den Sitz der Götter erreichen mussten, von deren Ereignissen sie sprachen. Ich dachte mir: „Ich würde es vielmehr vorziehen, mir ein Stück anzuschauen, in welchem ich über die Politik der Menschen informiert werde, deren Ereignisse sich auf die Geschehnisse der Götter begründen um ein holistischeres Verständnis der aktuellen Umstände zu erhalten als mich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Berliner Theatereinrichtungen zu begeben und mir ein Stück anzusehen mit Titeln wie „Arsch Ficken Kotzen“, „ Dosenfleisch“ oder “Hundefutter“ oder mir anzusehen wie Schauspieler auf der Bühne gegenseitig ornanieren ohne auch nur einen geringsten Funken von der Regie des Stückes zu verstehen. Würden die Ereignisse der Götter in einem Theater von verstehenden Darstellern gesprochen werden, dann würde ich mich nicht mehr gezwungen sehen, mich mit Theaterstücken auseinanderzusetzen, deren Inhalt nicht weiter hinausreicht als über den Bildschirmrand der Abendnachrichten in einem Regietheater, bei welchem Schauspieler erachtet werden als Ausführer Ihres Handwerks, die nicht mehr verstehen können als die Empfindungen ihres Körpers.“

_____________________________________________________________________________________________________________

Es war noch an meinem ersten Tag in Rom, als ich am Wallfahrtsort Spedale della Provvidenza di San Giacomo e San Benedetto Labre ankam. Es war einer der Wallfahrtsorte im Zentrum Roms, bei welchem Pilger, welche die Via Francigena bewältigt haben, mit einer heiligen Zeremonie begrüßt und aufgenommen werden. Wir unterhielten uns und ich wurde angesprochen eine Rede zu halten. Ich hielt vor den Mitgliedern und den anwesenden Pilgern eine Rede in englischer Sprache, in welcher ich kulturelle Differenzen in der Gastfreundschaft und mein Buch Pilgern durch Europa thematisierte.




Tag 15


Den gesamten Tag fuhr ich heute mit dem Fahrrad durch Rom und sah mir Kirchen und weitere Denkmäler dieser Stadt an.



Basilica di Santa Maria Maggiore





Basilica di San Lorenzo





Basilica di San Giovanni





Basilica di San Paolo





Basilica di Santa Croce





Scala Santa




Ich wollte weiterhin die Basilica di San Marco besuchen. Jedoch hatte ich eine andere Kirche mit demselben Titel vorgefunden und von dieser Fotos gemacht. Ich habe mein Vorhaben nicht geschafft.




Tag 16


An meinem letzten Tag in Rom machte ich die Bekanntschaft mit Herrn Piccioni, dessen aufrichtige Gastfreundschaft und unverstelltes Wesen meinen Glauben in das grundlegend Gute im Menschen bestätigte. Durch ihn erfuhr ich ein unerahnt schönes Ende meiner Pilgerreise.




Tag 17 & 18


Einen kurzen Ausflug nach Napoli unternahm ich mit dem Fahrrad. Der Weg führte mich über Sperlonga, in welchem ich draußen übernachtete, da die Möglichkeiten meines Studentenstatuses ausgeschöpft waren.



vor der Sonne




Den Vorsatz dieser Pilgerreise werde ich auch auf der folgenden in mir tragen: „Ich erreiche mein Ziel ohne eine amoralische Handlung zu vollziehen, den Leitsatz des Gebens und Nehmens in mir tragend.“



Pilgern durch Europa



In meinem Buch Pilgern durch Europa können Sie von meinen früheren Pilgerreisen erfahren. Der hier gegebene Bericht ist sowohl inhaltlich als auch stilistisch nicht mit dem Buch zu vergleichen. Auszüge aus dem Buch finden Sie im Menüpunkt Pilgern durch Europa (Buchauszüge). Das Buch wird im September 2015 als E-Book und als Taschenbuch im öffentlichen Handel erhältlich sein.









3. soziales Netz global von Elios Schastél


Trampen – ein Weg zum Ziel



Um Ziele zu erreichen wurde der Weltäquator zweieinhalb Mal umquert.




Motivation


Sein es die Bewältigung einer künstlerischen Arbeit, die in Naturatmosphären durchgeführt werden soll, die der Wohnort nicht bietet, das Erreichen des Anfangsortes einer Pilgerreise, die dem Zweck des Durchlaufens eines inneren Reifeprozesses oder der spirituellen Neugierde unterliegt, schauspielerisches Training, die Freude an der Konversation innerhalb verschiedener Kulturen, die Neugierde an der Erfahrung kultureller Differenzen in Einstellungen, Verhalten und sozialem Handeln oder weitere Motivationen. Die Motivation ist jedes Mal die Erreichung eines ideellen Ziels, wobei es gilt anzukommen.



Routen



Anbei finden Sie Routen, auf denen teilweise mehrfaches Trampen stattgefunden hat.


Paris – Berlin
Rom – Guča
Aosta – Zürich
Khao Lak – Bangkok
Berlin – Mont Blanc
Vevey – Berlin
Ivrea – Firenze
Kinnereth – Jerusalem
Rom – Ancona
Berlin – Wien
Saint-Jean-Pied-de-Port – Paris
Zürich – Aosta
Berlin – Bukarest
totes Meer – Jerusalem
Fort William – London
Berlin – Guča
Budapest – Ptuj
Firenze – Berlin
Tel Aviv-Yafo – Kafarnaum
Bellinzona – Vevey
Trient – Rom
Bellinzona – Berlin
München – Rom
Zagreb – Berlin
Edinbgurgh – Fort William
Frederikshavn – Berlin
Jerusalem – Khana
Berlin – Affi
Affi – großer heiliger Bernard
großer heiliger Bernard – Berlin
Tel Aviv – Jerusalem
Göteborg – Berlin
Ivrea – Lugano
München – Berlin
großer heiliger Bernard – Bellinzona
Berlin – Hannover
Mailand – Gressoney-Saint-Jean
Wien – Zürich
Berlin – Iverdon-les-Bains
London – Edinburgh
Berlin – Florenz
Sperlonga – Rom
Berlin – Jena
Berlin – Leipzig
Ivrea – Prato
Berlin – Laax
Ivry-sûr-Seine – Berlin
Berlin – Chalerois
Berlin – Frankfurt
Berlin – Aostatal¹
Berlin – München
Florenz – Zürich
Berlin – Trient
Aadorf – großer heiliger Bernard
Berlin – Wien
Forte di Bard – Aosta
Berlin – Paris
Gressoney-La-Trinité – Cavaglià
Berlin – Warschau
Liddes – Lausanne
Berlin – Hamburg
Bergamo – Aosta
Berlin – Guča²
Kap Finisterre – Berlin³
Berlin – Falkenberg (Schweden)
Berlin – Bergamo
Berlin – Bindlach
Berlin – Radeburg
Berlin – Sandhausen
Berlin – Friedberg
Berlin – Nimburg


Es entstand ein Weg von mehr als 108’320,00 km beim Trampen. Wege, die mehrfach gemacht wurden, finden keine Erwähnung. Sie sind in der gegebenen Zahl mit einberechnet.




_________________________________________________________________________________________________________


¹ über Zürich oder Trento
² über München oder Budapest
³ über Paris





Empfehlungen für Reisen und Urlaub im Ausland



Reisen Sie zum heiligen Gotthard in der Schweiz mit urbancult! Sie finden urbancult.de in der Bildverlinkung des Gotthardbildes. Oder besuchen Sie die Toskana mit balnearios! Klicken Sie dafür auf das Bild der Toskana! Yspot ermöglicht Ihnen die Möglichkeit nach Rom zu gelangen.













Wertschätzung & Förderung


Sie finden im Menüpunkt Aktuelles Optionen um Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen.






Namens- und Urheberrechte


Alle Inhalte dieser Internetseite wurden erstellt von den Elios Schastél Filmproduktionen.