Genesis von Elios Schastél











































Lebensbaum (der Baum der Erkenntnis)


Inmitten eines ewigen Gartens begann auf einer Wiese, tief in der Erde verankert, ein Baum zu wachsen. Sich vom Grundwasser ernährend, arbeitete sich die erste Wurzel gen Erdoberfläche hervor. Im instinktiven Vertrauen seiend, dass die Nährstoffe des Bodens ihr Überleben sichern werden, machte sie sich auf den Weg zum Licht der Welt. Als ein erster Spross aus der Erde hervortrat, zeigte er unschuldig, und die Ereignisse der Zukunft nicht ahnend, sein reines Erscheinungsbild vor dem Licht der Sonne. Kraft reicherte sich in ihm an durch die Nährstoffe, die er von der Erde erhielt und die sein Wachstum unterstützten. Als er einen kräftigen Stamm entwickelt hatte, lachte er im ewigen Garten vor Freude. Er begann zu spüren, dass sein Wesen vereint war mit dem Wesen der Luft und der Gräser, die sich neben ihm befanden. Er fühlte auch die Wärme der Sonne als einen Teil von Wärme in sich selbst. Empathie für alles Seiende, das ihn umgab, empfand er und er fragte sich, ob es noch mehr Luft und Gräser gab als jene in seiner Nähe. Ein erster kleiner Ast der Erkenntnis trat an seinem Stamm hervor. Dem ersten folgte ein zweiter. Seine Neugierde verstärkte sich zu erfahren, ob hinter dem Horizont noch weitere Gräser lebten. Er holte sich Wasser aus der Erde, damit weitere Äste wachsen konnten und er bald über die Grenzen des Horizonts sehen konnte. Einer der vielen Äste, die allmählich aus ihm hervortraten, hatte eine Größe entwickelt, die ihm die Möglichkeit gab den Horizont seines Sichtfeldes zu erweitern und er erkannte, dass sich auch dort Gräser und Luft befanden. Die gleiche Welt erkennend, die ihn in seiner Welt umgab, stellte er mit Stolz fest, dass er der einzige existierende Baum war. Sein Selbstbewusstsein stieg und er erkannte, dass er jetzt gebildet war und höher gewachsen als die Gräser. Von der Höhe seiner Äste sah er auf die Gräser herab und seine Empathie für sie ging langsam verloren. Es kam ihm die Idee Spiegel um ihn herum aufzustellen, da er die Absicht hatte sich in seiner Höhe und die Bildung seiner vielen Äste zu präsentieren, sodass alle Gräser neidisch auf ihn wurden. Seine Selbstverherrlichung ließ mit der Weile sein Herz verschließen, bis seine Äste sich gen Boden neigten und er starb. Er erreichte niemals die letzte Entwicklungsstufe. Seine Prüfung zur Schlampe zu werden, die den Kosmos darstellt, hatte er nicht bestanden. Er war ein Baum in seiner Welt unter vielen anderen Bäumen in anderen Welten geblieben.




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